4 Dinge, die 2022 extrem hilfreich waren

Außerdem: Fallende Katzen, Christen und Magic Mushrooms, Atmen für den Weltfrieden.

4 Dinge, die 2022 extrem hilfreich waren

Perspektiven #4

Hallo Freunde 🍂

Wir sind früh dran. Obwohl es noch ein paar Wochen dauert, bis Silvester den offiziellen Jahreswechsel einleitet und der Herbst seine volle Pracht noch nicht komplett entfaltet hat, möchte ich dennoch bereits jetzt einen kleinen Rückblick auf 2022 wagen.

Genauer gesagt auf die Bereiche, die ich in der ersten Hälfte des Jahres gezielt verfolgt habe und die eine außerordentlich positive Veränderung bei mir angestoßen haben.

4 Dinge, die 2022 extrem hilfreich für mich waren:

  • regelmäßige Meditation (mit Headspace)
  • regelmäßige Atemübungen (mit Othership)
  • eine Routine für das Sammeln von Notizen entwickeln (mit Forte Labs)
  • Metakognition und Nachdenken über achtsame Produktivität (mit Ness Labs)

Alles zusammen:

Vor allem die Atemübungen, die ich vor drei Wochen in meinen Tagesablauf integriert habe, lösten einen immensen Effekt aus, mit unmittelbaren, starken Ergebnissen. Die Idee: Mit gezielten Atemrhythmen den parasympathischen Teil des Nervensystems zu regulieren, also den Teil, der sich nicht bewusst steuern lässt.

Der Körper reguliert unbewusst und ganz automatisch seinen Gefühlshaushalt, unter anderem durch die Atmung. Erinnert euch, wie angespannt eure Atmung ist, wenn ein wichtiger Termin bevorsteht, an die Seufzer, wenn euch der Stress über den Kopf wächst oder an das tiefe Schnaufen, das ihr macht, wenn eine Anspannung vorüber ist. Atemübungen kehren dieses Prinzip ganz einfach um.

Da kommt einiges hervor: Wut, Glück, Trauer, Motivation, Dankbarkeit — das komplette Spektrum. Und wenn ich euch jetzt sage, dass ich nach manch einer Übung weinend auf dem Boden lag, weil Spannungen sich lösten oder ich komplett erfüllt war von Dankbarkeit oder Klarheit, dann dürft ihr mich vollkommen nachvollziehbar für total gaga halten.

Oder für jemanden, der ein Werkzeug entdeckt hat, mit dessen Hilfe man seine Emotionen und körperlichen Reaktion gezielt regulieren kann.

Das Ganze basiert auf einer wissenschaftlichen Grundlage und hat nichts mit Räucherstäbchen und Esoterik zu tun. Es ist ein so offensichtliches Thema, dass man es scheinbar viel zu leicht übersieht. Oder es ist den meisten Menschen einfach nicht bewusst, welche Kraft in diesem Konzept steckt. Eigenartig, dass wir so wenig über das nachdenken, was wir bereits ab der ersten Sekunde unseres Lebens tun.

In den kommenden Wochen werde ich zu jedem dieser Punkte einen Beitrag veröffentlichen, damit ihr tiefer in die Materie eintauchen könnt.

Bis dahin, genießt den Herbst und den immerwährenden Wandel dieser schrecklichen und wunderbaren Welt.

— Sebastian


Psychologie

Wie du deine kognitiven Skripte überschreibst

Obwohl wir denken, dass wir uns unserer täglichen Entscheidungen vollständig bewusst sind und sie unter Kontrolle haben, folgen wir in Wirklichkeit oft einer Reihe von kognitiven Skripten. Diese Skripte können zwar Zeit sparen und die geistige Anstrengung bei der Entscheidung, wie wir uns verhalten sollen, verringern, aber sie können sich auch negativ auf unsere Entscheidungsfindung und Produktivität auswirken.

Ness Labs: How to overwrite your cognitive scripts (7 Minuten Lesezeit)


Neues im Blog

Besser beginnen
In den Tag starten als bewusster Prozess.

Wissenschaft

Die physikalische Erklärung, wie sich Katzen beim Fallen drehen können

Normalerweise drehen sich die Themen in diesem Newsletter um achtsame Produktivität, mentale Gesundheit und kreative Langeweile — allesamt sehr menschliche Themen. Da ich aber nicht wusste, dass es bis zum heutigen Tag keine wirklich befriedigende Erklärung gibt, wie kopfüber fallende Katzen es schaffen, sich in der Luft zu drehen, machen wir heute einen kleinen Schlenker in die Anatomie dieser Vierbeiner.

Étienne-Jules Mareys Fotosequenz einer fallenden Katze von 1894

Im Atlantic hat Katherine J. Wu einen großartigen Artikel über dieses historische Rätsel geschrieben.

Es scheint gegen die Gesetze der Physik zu verstoßen, denn, wie Wu anmerkt, „Körper, die sich nicht drehen, kommen nicht in Gang, wenn keine äußere Kraft auf sie einwirkt. Ohne einen Anstoß hätte eine Katze keine Antriebskraft, nichts, was sie dazu bringen könnte, sich aufzurichten.“ Als ein Physiologe 1894 die erste Folge von Schnellschussfotos zeigte, auf denen eine Katze dieses scheinbar unmögliche Kunststück vollbrachte, stritten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler heftig darüber.

Wu liefert die beste laienhafte Erklärung, die ich je gelesen habe, wie Katzen das machen:

Der Drehimpuls kann in einem sich drehenden Objekt — äh, einer Katze — erhalten bleiben, wenn sich die Hälfte des Körpers in eine Richtung dreht, während die andere Hälfte sich in die andere Richtung dreht, so wie eine Pfeffermühle. Die beiden Körperhälften fungieren dann als Drehpunkte und üben aufeinander eine gleich große und entgegengesetzte Kraft aus, die sich dreht. Das ist genau das, was bei Katzen zu passieren scheint. "Das Skelett der Katze ist unglaublich flexibel", sagt Barbro Filliquist, Tierärztin an der UC Davis. Katzen können ihre Wirbelsäule so stark krümmen, dass sie ihren Körper praktisch in zwei Hälften teilen, fast so, als hätte man "ein Kniegelenk auf dem Rücken", sagt David Hu, Maschinenbauingenieur an der Georgia Tech.

Wenn eine Katze kopfüber durch die Luft fällt, dreht sich die Hälfte mit dem Kopf normalerweise als erstes um. Damit das passiert, muss sich die Vorderhälfte schneller drehen als die Hinterhälfte - eine Bewegung, die die Katze wahrscheinlich einleitet, indem sie ihre Vorderpfoten in Richtung Bauch zieht (ähnlich wie Eiskunstläufer ihre Arme einziehen, während sie eine schnelle Drehung vollführt), während die Hinterpfoten gespreizt bleiben. Dann streckt die Katze die Vorderbeine aus und zieht die Hinterbeine ein. Diesmal dreht sich das Hinterteil schneller und bringt den Rest des Körpers in die aufrechte Position. Währenddessen kann der Schwanz als eine Art Propeller fungieren und die Drehungen des Körpers beschleunigen.

Der Rest des Artikels, in dem es darum geht, wie weit eine Katze fallen kann, ohne sich zu verletzen, ist wirklich lesenswert.

Quelle: Clive Thompson bei Medium


Ein Tweet


Eine Idee

Psychoaktive Pilze und die Entstehung des Christentums

Okay, das hier ist ein echter Knaller. Dieser Artikel fasst die Theorie zusammen, dass psychoaktive Pflanzen in den christlichen Ursprüngen und der Bibel eine wichtige Rolle spielten. Die Theorie fällt in die Kategorie „wahrscheinlich nicht wahr, aber superinteressant“.

John M. Allegro war ein Archäologe, der die Schriftrollen vom Toten Meer untersucht hat. Sein Buch The Sacred Mushroom and the Cross war besonders umstritten, weil in ihm behauptet wird, dass das Christentum als schamanistischer Kult begann. Als dann die Evangelien niedergeschrieben wurden, verwechselten die Evangelisten die Bedeutung der Schriftrollen, was wiederum bedeutet, dass die gesamte christliche Tradition auf einem Missverständnis der Schriftrollen beruht. Ein Gelehrter nannte es „das wohl lächerlichste Buch eines qualifizierten Akademikers über die Jesusforschung“ und Allegro wurde nach der Veröffentlichung aus der Akademie verbannt.

Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, ob seine Behauptungen überhaupt berechtigt sind. Ich weiß nicht, wie ich sie bewerten soll, aber der Artikel „Wasson und Allegro über den Baum der Erkenntnis als Amanita“ argumentiert gründlich dafür, dass wir uns Allegros Theorien noch einmal genauer ansehen sollten.

Quelle: aus dem Newsletter Friday Finds von David Perell


Das hat mich diese Woche inspiriert

  • Du bist genau da, wo du sein sollst.
  • Eigentlich gibt es keine „konstruktive Kritik“. Jede Form von Kritik ist konstruktiv. Das Meiste davon ist allerdings sehr unglücklich formuliert. Was es jedoch gibt: „konstruktives Zuhören“.
  • Morgens Laufen ist die perfekte Sauerstoffdusche fürs Gehirn.
  • Wahrer Reichtum besteht nicht darin, mehr zu erreichen, sondern darin, das Genugsein zu entdecken.
  • Wir sollten Selbstwert und Produktivität nicht miteinander verknüpfen.
  • Produktiv sein, indem man gezielt unproduktiv ist.
  • Arbeit kann wichtig genug sein, um sie ernst zu nehmen, aber nicht wichtig genug, um sie zu ernst zu nehmen. Viele von uns verbringen wertvolle Jahre am „zu ernsthaften“ Ende des Spektrums.
  • Ich glaube, dass eine gute Balance, mit der man neue Dinge angeht, zu 50 % aus Neugierde und 50 % aus gesunder Angst besteht.
  • Ein Leben ohne Erdnussbutter ist vorstellbar, aber nicht erstrebenswert.
  • „Wenn du schnell gehen willst, geh allein; wenn du weit gehen willst, geh zusammen.“ — Afrikanisches Sprichwort
  • Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.
  • „Erlaube dir, dass jeder Tag ein schöner Tag wird.“ Das klingt immer so wahnsinnig esoterisch. Aber es steckt eine wichtige Sache drin.
  • Wir können uns von unseren Gedanken mitreißen lassen oder lernen, Abstand zu gewinnen und sie mit Klarheit zu sehen. Man vergisst leicht, dass man es selbst in der Hand hat.
  • Willst du dich verbessern? Konzentriere dich nicht darauf, wie weit du schon gekommen bist, sondern darauf, wie weit du noch gehen musst. Wenn du dich darauf konzentrierst, wie weit du schon gekommen bist, wirst du arrogant und egoistisch. Wenn du dich darauf konzentrierst, wie weit du noch gehen musst, dann wirst du besser.
  • Motivation bei der Meditation: Ich mache diese Übung nicht nur für mich. Ich mache sie für alle Menschen. Besonders für diejenigen in meinem Umfeld.