Besser scheitern

Besser scheitern
Photo by Diana Parkhouse / Unsplash

💡 Der YouTuber Rezo hat vor ein paar Tagen ein Video gemacht, in dem er eine 90 Tage Sport Challenge startet — und erstmal hart verkackt. Nebenbei schafft er aber etwas bemerkenswertes: Er hilft sich selbst mit einer mentalen Umdeutung. Das funktioniert so.

Rezo startete seine Challenge, um fitter zu werden und sich in seinem Körper wieder wohler zu fühlen. So weit, so gut. Dann passierte das, was den meisten passiert: sie strugglen (mit Rezos Worten), d.h. der Alltag grätscht dazwischen, Ziele gehen verloren und sie geben auf.

Hier der wichtige Part: Rezo beendet seine Challenge nicht, sondern findet für sein Scheitern einen neuen Rahmen; er findet den Kern des Problems und passt seine Challenge an: Er macht seinen Plan alltagskompatibel. Voilà, dadurch entsteht ein neues Video.

Dieses mentale Hilfsmittel wird in der Psychologie als “Reframing” oder schlicht “Umdeutung” bezeichnet — man gibt einer Situation, einem Gedanken oder einer Erinnerung eine Neurahmung. Es klingt so banal und es ist so hilfreich. 💯

Anstatt an dem “Warum ist meine Challenge gescheitert?” hängen zu bleiben (und im schlimmsten Fall durch Selbstverurteilung und Kritik in eine gedankliche Negativspirale zu kommen), ist eine gute, sinnvolle und nachhaltige Frage: “Wie kann ich das Problem anders sehen?”

Damit kommt man weiter: “Entspricht das, wie ich eine Sache sehe oder bewerte, tatsächlich der Wirklichkeit?” “Wie kann ich eine Erfahrung, die ich gemacht habe (und die mich vielleicht quält), auch noch anders sehen?”

💭
Warum-Fragen richten sich oftmals an etwas Vergangenes; Wie-Fragen zielen auf etwas Gegenwärtiges ab. Steckt man mit einer Sache gedanklich fest, kann es helfen, die richtigen Wie-Fragen zu stellen.

Fehler ergeben Sinn, wenn man es schafft, dem individuellen Scheitern einen neuen Rahmen zu verpassen. Fehler ergeben Sinn, also mache ich eine Menge davon. Sich nach oben scheitern, aber als Lebensprinzip. 🥳


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